Neue Wärme für Matran

Das Mehrfamilienhaus liegt in Matran, rund acht Kilometer von Fribourg entfernt. Die Wohnresidenz wurde 1989 auf Initiative der Gemeinden Avry und Matran sowie der Pfarrei gegründet – mit dem Ziel, Seniorinnen und Senioren ein möglichst langes Verbleiben in ihrem vertrauten dörflichen und sozialen Umfeld zu ermöglichen. Heute leben sowohl ältere als auch jüngere Menschen im Haus. Eigentümerin der Liegenschaft ist eine Genossenschaft, deren Anteile von den beiden Gemeinden, der Pfarrei sowie weiteren Genossenschafterinnen und Genossenschaftern gehalten werden. Das Grundstück selbst bleibt im Eigentum des kirchlichen Pfrundguts der Pfarrei.

Wenn eine 35-jährige Anlage langsam müde wird

Wie viele Gebäude aus dieser Zeit war auch dieses ursprünglich klassisch ausgestattet: beheizt über einen Gaskessel aus dem Baujahr 1989. Nach rund 35 Jahren im Betrieb zeigten sich zunehmend altersbedingte Schwächen und gleichzeitig stiegen die Brennstoffkosten spürbar.

Das übergeordnete Ziel des Projekts war deshalb klar: eine Modernisierung der Heizungsanlage unter Einhaltung der heutigen klima- und energietechnischen Vorgaben. Ein zusätzlicher Impuls kam von aussen: Die Entwicklung eines Fernwärmeprojekts durch Groupe E hatte die Verantwortlichen bewegt, das Thema zu prüfen und sinnvolle Lösungen auszuarbeiten.

Entscheid für eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonden – und erneuerbare Energie vor Ort

In der Variantenphase standen verschiedene Lösungen zur Diskussion. Im Vordergrund standen letztlich aber die ökologischen Aspekte und die Frage, wie sich die Wärmeversorgung langfristig stabil und unabhängig gestalten lässt.

Umgesetzt wurde deshalb der Ersatz der Gasheizung durch eine Erdwärmesonden-Wärmepumpenanlage: dies mit zwei Maschinen à 52 kW Leistung und zehn Tiefenbohrungen à 250 Meter. Ergänzend wurde auf dem Gebäudedach eine Photovoltaikanlage angebracht – als wichtiger Baustein, um einen Teil des Strombedarfs erneuerbar vor Ort zu decken.

Anschliessend ist als weitere energetische Massnahme ein vollständiger Fensterersatz in allen Wohnungen vorgesehen (geplant im Verlauf 2026). Damit soll die Gebäudehülle weiter verbessert werden.

Umsetzung im bewohnten Gebäude

Der Umbau war auf rund vier Monate angesetzt. Damit die Bewohnenden während den Arbeiten in ihren Wohnungen bleiben konnten, wurde der Ablauf so organisiert, dass die Wärmeversorgung möglichst wenig beeinträchtigt wurde. So wurden die Arbeiten in der Sommerperiode durchgeführt; für die Warmwasserversorgung während des Umbaus wurde eine provisorische Heizlösung eingesetzt.

Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt betrugen rund CHF 400’000 – inklusive Photovoltaikanlage im Umfang von rund CHF 55’000. Unterstützt wurde der Ersatz der Heizung durch Förderbeiträge des Gebäudeprogramms von rund CHF 60’000.

Kennzahlen und erste Grössenordnung

Die genauen Kennzahlen zur Wirkung sind zum jetzigen Zeitpunkt noch ungewiss, da noch keine ganze Heizperiode gemessen wurde. Für die Beurteilung der erreichten CO2-Reduktion, Betriebskosteneinsparung, Strombedarf oder des Anteils erneuerbarer Energie ist es darum noch zu früh. Eine erste Grössenordnung liegt jedoch bereits vor:

Mit der Umstellung auf die Wärmepumpe verlagert sich der zentrale Kostenblock von Gas zu Strom. Aktuell wird mit rund 215’000 kWh pro Jahr gerechnet, was bei 11,5 Rp./kWh Stromkosten von ungefähr CHF 25’000 ergibt. Zum Vergleich: Die Gasheizung verursachte zuletzt höhere Energiekosten (2023: CHF 29’560, 2024: CHF 31’004) – zusätzlich zu einem zunehmenden Wartungs- und Instandhaltungsaufwand einer über 30-jährigen Anlage. Damit liegt die erwartete Stromkosten-Grössenordnung im Bereich der bisherigen Energiekosten und voraussichtlich unter den zuletzt beobachteten Werten. Die effektiven Kosten hängen jedoch vom realen Anlagenbetrieb, dem Stromtarif sowie dem Eigenverbrauch aus der Photovoltaikanlage ab.

Ein Projekt mit sozialer Dimension

Gerade weil die Wohnresidenz ursprünglich mit einem sozialen Ziel gegründet wurde, passt die energetische Erneuerung gut in die Gesamtlogik der Liegenschaft: Sie stärkt die Zukunftsfähigkeit, senkt langfristig Risiken durch fossile Abhängigkeiten und schafft die Grundlage für eine stabilere, zeitgemässe Wärmeversorgung im Alltag.


Energetische Massnahmen

Objekt
Mehrfamilienhaus à 20 Wohnungen (ca. 1’850 m2 Bruttogeschossfläche), Matran (Fribourg)

Ausgangslage
Gasheizung (Gaskessel Baujahr 1989)
Gasverbrauch der letzten Jahre in kWh: 2021 – 293’848 |
2022 – 173’277 | 2023 – 198’100 | 2024 – 204’311
Gaskosten der letzten Jahre in CHF: 2021 – 23’285 |
2022 – 25’323 | 2023 – 29’560 | 2024 – 31’004

Neue Lösung
Erdwärmesonden-Wärmepumpen à 2 × 52 kW (gesamt ca. 100 kWth), Erdsondenfeld mit 10 Bohrungen à 250 m und die Installation einer Photovoltaikanlage

Umsetzung
Umbauzeit von ca. 4 Monate

Weitere energetische Massnahmen
Geplanter kompletter Fensterersatz in allen Wohnungen

Kosten & Förderung
Investition gesamt (Heizungsersatz und Photovoltaikanlage):
ca. CHF 400’000
Förderbeiträge: ca. CHF 60’000

Prognose Stromkosten
Erwarteter Stromverbrauch: ca. 215’000 kWh/Jahr
Bei 11,50 Rp./kWh: ca. CHF 25’000 Stromkosten/Jahr